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  • Regina Bircher

Wenn es im Paradies regnet

20 Tonnen Weihnachten.


Ich schiebe die Türe vom Hâusi zur Seite und schaue mich um. Die Sicht auf das Haus ist versperrt. Auf dem Kiesfeld stehen unsere zwei Weihnachtsgeschenke. Gestern angekommen.

Mächtig in ihrem Dunkelrot, mit ihren 20 Tonnen Gewicht warten sie still auf das Auspacken.

Verkatert ziehe ich meine Wanderschuhe an und setze die Mütze auf. Nein, geschlafen habe ich nicht.

An meinem zerknitterten Wohlbefinden trägt weder der Wein noch der Chacha die Schuld. Es waren die Emotionen, die Erleichterung und die Erkenntnis, dass es jetzt definitiv und endgültig ist. Wir sind in Georgien angekommen. Physisch nun komplett, seelisch immer mehr. Sogar soweit, dass wir die geplante Reise in die Schweiz storniert haben. Nicht nur die Ankunft unserer Container, auch das Hin und Her der Entscheidungen und die Massnahmen in Europa haben uns zu diesem Schritt bewogen. Hier verstehen wir die Nachrichten noch nicht, das Leben im Dorf passiert abseits von dem weltweitem Tema. Wie gut das nur tut!

Mit dem ersten Schritt aus dem Hâusi lade ich mir auch die erste Portion Schlamm auf meine Schuhe. Lady, die 7 Monate alte Schäferhündin sorgt für mehrere Pfotenabdrücke auf meinen Hosen.

Gerold ist schon längstens wach, schaufelt den Kies an unserem «Flughafen» in die Karrette und

füllt damit die tiefgefahrenen Schlammspuren, Spuren des gestrigen Tages.

Irgendwie weiss ich noch nicht, was ich mit dem heutigen Tag anfangen soll. Wohin ich schaue, sehe ich Arbeit. Und davon sehr viel. Nicht dass ich mich drücke, nein, schliesslich haben wir richtig Gas gegeben, sind immer noch dran. Nur den Leitfaden haben wir noch nicht. Den Vertrag auch. Nicht.


Aber schön der Reihe nach. Drei Wochen zurück.

Punkt 10.00 Uhr am Schalter Nr. 1011 sitzen wir hinter dem Plexiglas am Tisch einer jungen Dame. Katasteramt im Justizhaus Tiflis. Soeben haben wir erfahren, dass trotz unserer Ermahnungen an den Verkäufer, den Status des Grundstücks zu überprüfen, der Kaufvertrag ungültig ist. Stille in uns. Ein tief begrabener Hund!

Wir schlendern mit unserem Freund aus der Schweiz durch Tiflis und versuchen, uns abzulenken.

Die Tatsache, dass wir uns zuerst mit einem Mietvertrag abgesichert und später den Fall einem Anwalt abgegeben haben, lässt uns wieder ruhig atmen und geniessen. Zur Ergänzung gehört, dass der Verkäufer das Gewicht der Notariatsbüro-Leistungen auch überschätzt hat. Somit ist er kooperativ und strebt eine Lösung im gemeinsamen Interesse an. Wir können uns unseren weiteren "Pendenzen" widmen.

Wir packen die Badesachen ein und laufen zu den berühmten Bädern Tbilissis. Dank dieser Bäder trägt die Stadt ihren Namen.

«Als der König Vakhtang Gorgasali in den Wäldern um Mtskheta (damalige Hauptstadt Georgiens) jagte, tötete er einen Fasan. Nach dem Schuss schickte er einen Falken, um die Beute zu finden.

Der Falke kam nicht zurück. Der König suchte die Vögel und fand sie tot im heissen Wasser.

Gorgasali beschloss, an dieser Stelle eine Stadt zu bauen, die nach dieser heissen und schwefelhaltigen Quelle benannt werden soll. Kurz danach wurde Tbilissi – «Tbili – warm» zur neuen Hauptstadt gewählt. Zu dieser Zeit war diese Stelle ein wichtiger Ort. Zum Beispiel wählten in dem Bad Mütter die Frauen für ihre Söhne aus. So garantieren sie die Schönheit und Gesundheit ihrer zukünftigen Schwiegertöchter.


Wir gingen nicht in die Bäder, um unsere Schönheit und Gesundheit zu überprüfen, wir hatten es bitter nötig, uns gründlich zu waschen. Wenn gründlich, dann gründlich. Darum buchten wir auch einen Scrub. Wir beide wurden mit einem rauen Schwamm geschrubbt, bis sich auf unseren Körpern schwarze Röllchen bildeten. Ich weiss es nicht, ob das Personal seine Leistung an der Menge oder der Schwärze unseres «Drecks» misst, jedoch machten sie mit enormer Begeisterung auf diese aufmerksam. Mit einem kräftigen Klatscher auf den Rücken beenden sie ihren Einsatz und liessen uns wie zwei rosarote Schweinchen in das Schwefelbad steigen. Müde, aber sauber an Körper und Geist klettern wir kurz vor Mitternacht auf dem Parkplatz in unser Bett.

Am Donnerstag spielen wir ein weiteres Kapitel unseres Drehbuches ab: die Zollformalitäten für die Container erledigen. Wir gleichen das Stückgut im Container mit unseren Fotos ab. 1 960 Stück insgesamt sind verstaut worden.

Ich werde oft für meinen Kontrollwahn und die doppelte Absicherung belächelt. Diesmal klopfte ich mir selbst auf die Schultern, als wir das Büro verliessen. Dadurch sind einige Prozesse beim Zoll einfacher geworden. Dank meiner Tochter Tezi läuft auf der anderen Seite in der Schweiz alles rund. Also wie man es betrachtet. Es war schon eine Zangengeburt. Doch mit vollem Einsatz ging auch der zweite Lkw am 3. Dezember 2021 auf die Reise zu uns.

Da die an den Juristen abgegebenen «Begrabenen Hunde» ihre Zeit benötigten, verlassen wir Tiflis und machen uns auf den Weg nach Marani, zu unserem Haus. Still und nachdenklich kommen wir am Abend an, wo uns die «Brüder und Schwestern» empfangen. Zazas Frau sitzt frisch geduscht vor dem Cheminee.

Aha, seit gestern haben wir warmes Wasser. Wurde uns mitgeteilt. Unser Durchlauferhitzer funktioniert.

So war das Badezimmer zum öffentlichen Toilettieren freigegeben.

Oben, im ersten Stock entdeckte ich zwei frischbezogene Betten. Scheinbar sind Zazas Helfer hier stationiert. Sie kommen an seiner Baustelle schön vorwärts. Ja, Ende Januar ist fertig mit der WG hier im Haus.

«Ein- und ausatmen, es ist nur eine Phase.» Habe ich meiner Tochter gesagt, sobald eine neue «Macke» bei dem kleinen Eli erschienen ist. Also versuche ich es selbst mit dieser Methode.

Ein und ausatmen.

«Wir sind eine Familie. Hier gibt es nicht mehr Meins und Deins.» erwähnt die Runde am Tisch in unserem Wohnzimmer mehrmals. Ach so, danke.

Uns bekanntes Geschirr steht auf dem Tisch, ein wenig verdutzt sind wir schon.

Ein paar Sekunden später stehen zwei «Stakane» Wein vor uns und auch das Essen folgt.

Willkommen zu Hause. Es wird berichtet, gelacht, übersetzt. Wir sind eine Familie.

Im Nu verfliegen alle inneren Unstimmigkeiten, irgendwie gewöhnen wir uns an diese Art Zusammensein.

Ich entscheide mich nach der 4-Stunden-Fahrt die Dusche auszuprobieren.

Zuerst den Stecker von der «Sputnik»-Pumpe* einstecken, damit Wasserdruck und genug Wasser vorhanden ist. Sonst verbrennt der Durchlauferhitzer. Das Geflecht aus Gas- und Wasserleitung macht bei dem ersten Anblick Sorgen. Das Bild der Installation des Gasbrenners weckte in unserem Bekanntenkreis in der Schweiz und Tschechien reine Empörung. So nicht!

Nur: hier ist es einfach so. Hier wird es so gelebt. Nicht überall, aber es wird.

Nach fünf Minuten kommt ein smarter Wasserstrahl. Das Wasser muss ja eine Strecke von etwa 80 Metern schaffen, bis es aus der Brause fliesst. Oh wie schön, denke ich in dem kahlen Bad

mit dem zerbrochenen Glas im Fenster, ohne Heizung bei 7 °C.

Nach dem Duschen ja nicht vergessen, den Stecker wieder rauszuziehen. Sonst läuft das Wasser über in dem speziellen Tank – zur Freude der zwei Watschelenten, die direkt darunter hausen.

In einem alten Lavabo veranstalten sie gerade eine Poolparty.

Qualität und Ästhetik spielen hier keine Rolle. Da Schraube anziehen, hier einen Pfosten befestigen, ankleben, stützen, anheften, zuschneiden etc. Trotzdem sind wir dem Bruder vom Bruder dankbar. Es funktioniert. Die enorme Hilfsbereitschaft hier schwächt sich nicht ab.

(Nur bei der Ankunft unserer Container habe ich die Tränen der Erleichterung ein paarmal unterdrückt. Einfach so zwei im Weg stehende trockene Bäume abschneiden, den Betrieb vom Förderband im Kieswerk dreimal abgestellt, damit uns der Bulldozer in der prekären Situation zur Seite steht. Und das einfach so. Das Geld wollte der Besitzer nicht. Nicht einmal einen Kaffee.)

Meine georgische Freundin machte mir klar, dass wir hier unsere Pläne der Renovation so gut schildern können - niemand wird uns verstehen. Die Hilfsbereitschaft und das Angebot, sich am Bau zu betätigen, sind somit gut erklärt. Auf ihre Art und Weise können sie alles. Alle. Niemand von ihnen kann sich vorstellen, in welchem Ausmass sich es hier verändert. Also nur im Fall, dass wir einen rechtskräftigen Vertrag unterschreiben werden. Es wird noch ein Moment dauern. Geduld ist gefragt.

Nichtsdestotrotz, wir müssen eine Entscheidung treffen.

Entweder ziehen wir uns in ein Schneckenhäuschen zurück und tun ganz viel Nichts, oder wir machen weiter. In den ersten zwei Wochen haben wir richtig Gas gegeben. Gerold schaufelte die ersten 20 Kubik Kies flach, das Fundament für die Container soll eben eben sein. Ich versuche, eines der Zimmer im ersten Stock bewohnbar zu machen. Das zerbrochene Glas ersetzte ich durch dir Sagexabdeckung aus der Waschmaschinenverpackung. Am Schluss ziehe ich über das ganze zerfallene Fenster eine Plastikfolie.

Nachdem ich sämtliche Möbel gereinigt habe, die Leinenlaken gewaschen und bezogen habe, die Kastanienholzwände «abge-spinnt» und geschmückt habe, fehlte nur, das Kaminfeuer für eine romantische Atmosphäre anzuzünden. Eine zündende Idee! Holz her, das Feuer an und dann? Dann schnell wieder raus. Die Cheminee hier sind eher für das ästhetisches Gefühl als für die gefühlte Wärme da. Die feine Asche setzt sich auf die frisch bezogenen Betten, der Rauch schenkt unseren aufgehängten Kleidern die Note «Schweinswürstchen N° 5.»

Ich schliesse die Türe und verabschiede mich von dem Gedanken, hier einzuziehen. Die Situation stimmt mich nachdenklich. Aber auch im Hâusi gibt die Infrastruktur langsam nach. Die Schubladen klemmen, das Wasser haben wir entleert, da sonst die Toilettenspülung dauerhaft läuft, die Heizung benötigt einen Restart und in der Folge des Strassenbelags hängte sich die Badezimmertür aus und krachte in den Gang. Über die Kratz - und Kampfspuren aussen schreibe ich lieber nicht. Unser Freund und Held bleibt uns trotzdem treu und wir klettern dankbar nach wie vor jeden Abend in unser Nest.

An den sonnigen Tagen macht es im Garten echt Spass. Dass mir die fleissigen Hühner sämtliche Häufchen aus Blättern, den Holzstöcken und dem Unkraut wieder im Garten verteilt haben, nehme ich mit Humor an. Die Schafe nutzen die neuen Lücken im Zaun aus und bedienen sich an den Federkohlresten. Zwischendurch beissen sie von der Tabakpflanze ein Blättchen ab. Währenddem wir uns dem Containerabladen widmeten, haben sich die Wollknäuel auf den Treppen versammelt und mit Genus unseren Weihnachtsschmuck - die Misteldekoration - verschlungen. Ich wage nicht zu behaupten, dass sie zur Abhängigkeit an Genussmitteln neigen, aber sie haben immer so einen zufriedenen Ausdruck in ihren Augen. Und sie gehören nicht mir. Es gehört sich nicht, sie zu verurteilen. Im Gegenteil zu den Hühnern, resp. zu dem Rest der Hühnerbande. Ich habe sechs Stück geschenkt bekommen. Leider ohne mich zu fragen haben die Schakale zwei von meiner Truppe geholt. Für immer. So schliesse ich Peche**, Trudi, Tilde und die Lotti jeden Abend sorgfältig in ihrem Hochhaus ein.

Wenn sie wüssten, was für ein Luxus-Loft sie erwartet, wären sie vom Stängeli gefallen.

Einen Plan habe ich schon entworfen und gezeichnet. So leben wir uns langsam in das Dorfleben ein. Unsere Nachbarin brachte einen riesigen, mit Peperoni gefüllten Eimer und einen Kürbis dazu. Es gibt bald eine Milchlieferantin in der Nähe. Jeden zweiten Tag werden wir einen Liter frische Milch holen können. Vorbeifahrende Fahrzeuge hupen, wenn uns die Insassen im Garten sehen, im «Volg» schwärmen sie über uns. Einfach herrlich. Wir zwei treffen uns ab und zu zum Kafi auf den Treppen des Hauses, berichten über das, was jeder gerade in seinem «Rayon» macht. Geniessen den Anblick auf den Garten, schmieden Pläne, jeder in seinem Bereich und lachen über die kleine Hündin Lady, welche immer wieder irgendeinen Blödsinn macht und alles anbellt. Das Leben ist schön.


Doch das Lachen vergeht ziemlich schnell, wenn es regnet.

Wenn es im Paradies regnet, scheisst alles an. Alle.

Sogar Peche** streckt den Schnabel aus dem Hochhaus nicht raus.

Der Garten verwandelt sich in den See, der Weg in ein Schlammbecken. Alles ist feucht, nass, pfui.

Mit dem Hâusi wegzufahren, haben wir einmal versucht. Nach vier Stunden, einem gerissenen Abschleppseil, Traktorspuren im Garten und zwei Waschmaschinen Wäsche riskieren wir es nie wieder.

Gerold beschäftigt sich mit seinen Dingen, Finanzen, den Scholarium-Zoom-Seminaren oder den Sozialen Medien. Er ist einfach weg. Im Pyjama, im Hâusi verkrochen.


Tagelanger Regen geht einem schön auf den Wecker. Es lässt sich definitiv nichts machen. Weil ich ein Mädchen bin, kümmere mich nicht nur um den Haushalt, sondern nutze die grauen und nassen Stunden für ein Pseudo-Beauty-Programm. Mit mehr oder weniger Erfolg. Die Nägel und die Haare tragen das meiste Leid. Da wir in einem subtropischen Klima unsere Zelte aufgeschlagen haben, ist nicht zu erwarten, dass ohne Taft-Spray die Frisur immer sitzen wird.

Die Temperaturen sitzen auch nicht. Sie fallen. Und das ziemlich tief. In Kombination mit dem hiesigen starken Wind verursachen sie eine spezielle Luftströmung zwischen Hâusis Kühlschranklüftung und unserem Bett. So greife ich in der Nacht gerne zu einer Wollmütze, die ich bis zum Kinn runterziehe. Der im T-Shirt (!) schlafende Gerold zwitschert mir dann morgens in die Ohren, wie sexy ich aussehe. Seine Bemerkung: «Schade, heute ohne Mütze» verkraftete ich noch so knapp. Aber den Satz bei der Übergabe des Morgenkaffees: «Du? Könntest du nicht bitte wieder die Mütze anziehen?» verzeihe ich nicht so schnell.

Überhaupt ist es mit Beauty und Fashion in Marani nicht so streng. Die Frauen laufen in Finken und einem knallpinken Bademantel herum.

Mir macht mehr Sorge, wie ich, frischsauber angezogen, die 100 Meter vom Haus zum Tor ohne Pfotenabdrücke am A… oder ohne Hühnerkacke an den Schuhen schaffe.

Doch was die Hühnerkacke anbelangt: früher oder später landet eine Runde Entschädigung in unserer Pfanne. Somit ist es verziehen.

Ich wasche fleissig und mit Vergnügen unsere Wander-Arbeitssachen. Meine öfters, Gerolds erst, wenn ich sie erbeutet habe.

Nie, aber auch nie habe ich gedacht, was für ein befriedigendes Gefühl ist es, dem Schleudergang zuzuhören und die Matsche abfliessen zu sehen.

Weniger befriedigend ist der Anblick, wie das Wasser unter dem Hausfundament verschwindet.

Im Moment muss ich das akzeptieren. Wir bauen ja um. Falls, wenn, oder so….

Das Kochen in unserem Haus bedeutet, über eine hochentwickelte Kreativität verfügen zu müssen.

Gott sei Dank, wir beide sind gesegnet. Wir beide schaffen es, aus einem Furz ein Kügelchen zu machen. (Wer hats gesagt? Ja, genau. Meine Grossmutter.)

Also kocht Gerold am Feuer und ich setze mein Leben an dem alten Gasherd in der «Küche» aufs Spiel.


Was vom Geschirr gerade vorhanden ist, das befülle ich mit dem Gemüse vom Markt.

Bei grossem Glück kann ich meinen Backofentopf mit frisch gerupftem Huhn füllen. Die Katzen schleichen mir um die Füsse. Sie schleichen und sie schleichen immer! Sie schleichen nicht nur, sie stehlen. Der Anblick, wenn die grösste Katze den Besen, welcher als Sperre des Kühlschranks diente, mit dem Hintern auf die Seite schiebt und die zwei kleineren dann die Türe aufmachen!

Nein, ich erziehe sie nicht um. Ich verstecke unser Mahl sogar im Bad, wenn ich mein Duschritual durchführe. Da ist das Essen gesichert.


Sicher ist auch, dass uns die Marani-Bewohner bald auf eine vermutete Art Grosswahnkrankheit ansprechen werden. Zuerst «kaufen» wir das grosse Haus. Wohnen dabei im Hâusi. Vor fünf Tagen ist eine Maringotka, ein 6-Meter-Bauhäuschen, bei uns abgeladen worden. Für die Zeit der Renovationen. Dazu gestern die zwei 12-Meter-Container. Morgen stellen wir das Tipi und den Verkaufspavillon auf. Sie fragen sich sicher und ich mich oft auch «Was! Von wo ziehen Sie hierher? Aus der Schweeeeeiz?!»

«He? Aus der Schweiz?»

In den letzten Tagen haben wir es x-mal gehört.

Bis jetzt haben nur 2 bis 3 Personen begriffen, warum wir uns so entschieden haben.

Also lernen wir schnell, mit solchen Situationen umzugehen. Unsere Antwort ist nun klar. Wir sind aus Marani,

Marani Abascha Munizipalität.

Einen Schritt nach dem anderen lernen wir, uns hier zu bewegen. Hören viele Geschichten, Empfehlungen und Ratschläge an. Beim Einkaufen sind die Preise nach wie vor Thema. Wir erkundigen uns im Voraus. Was ich aber noch nie gehört und erlebt habe ist, dass ich beim Kauf eines Päckchen OB Tampons meinen Pass zeigen musste! 😊 Eine Premiere.

Wieviel Überraschungen hat Georgien noch im Ärmel?

Wie lange noch werden wir die «Schweizer» im Dorf sein?

Wann werden wir das erste Lied auf Georgisch verstehen?

Wissen wir nicht und lassen den Dingen freien Lauf.


Was wir in den Händen und Herzen festhalten und nicht loslassen werden, sind unsere georgischen Freunde, «Brüder und Schwestern», Nachbarn und die Stammverkäufer auf dem

Markt. Sie helfen uns, die Mentalität schneller zu begreifen, mit den Gegensätzen umzugehen,

die Prioritäten zu überdenken und vor allem – zu leben. Das einfache Leben.


Es regnet im Paradies, die Enten haben Freude, wir haben uns in den Hâusi verzogen.

Es ist Weihnachten. Wir sind hier, unsere Familien und ihr seid dort.

Die Distanz ist nur eine Zahl. Wie die 20 Tonnen in unserem Garten. Es ist das Gefühl, einen Berg umgesetzt zu haben, Goliath bekämpft, sich selber aus der Reserve gelockt zu haben.

Wir werden das Geschenk auspacken, nach und nach….


Wir wünschen ruhige Weihnachtszeit und einen sicheren Schritt in das Jahr 2022


Regina & Gerold, Hâusi und die Mäuse



Sputnik* - 700 Liter Wasserreservat - aus dem 50 Meter entfernten Brunnen wird nach dem

Einschalten - resp. Einstecken des Stromkabels Wasser in die Höhe gepumpt.

Peche** - Russisch übersetzt ein Hahn – Petuch - Peter - Peche




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