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  • Gerold Schlegel

Malheure und Erlebnisse Reisender.

Ganz einfache Dinge werden zu Herausforderungen.

Seit Juni sind wir unterwegs. Mit jedem Länderwechsel kommen neue SIM-Karten und unterschiedliche Internet-Infrastrukturen, ganz abgesehen von den Tarifen des jeweiligen Landes. Welcher Anbieter hat ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis? Wo habe ich an abgelegenen Orten noch Empfang? Hinter jeder Grenze beginnt es wieder von vorne: am Nullpunkt. Die frei zugänglichen WiFi-Verbindungen sind mehr Ärgernis als nützlich. Die Datenmenge ist stark limitiert und die Verbindung entsprechend langsam. Wenn es überhaupt geht. Daher haben wir uns vermehrt auf das eigene WiFi verlassen, um genügend Leistung zu haben. Das hat mehrmals dazu geführt, dass wir bis zu drei Anbieter nutzen, um das Beste Angebot zu finden. Die Praxis lehrt dich unglaublich schnell, eine bessere Auswahl zu treffen. Wir beginnen mit kleinem Abo und nach einer Woche wählen wir das, was besser funktioniert. Das ist leichter, als ständig auf den Preis zu schauen.


COVID hat vieles ins Internet verschoben. So nehme ich an meinem Studium Generale in Wien via Zoom teil. Das sind Halbtags- und Ganztagesseminare. Die Zoom-Applikation ist ein Stromfresser, egal ob auf PC, Tablet oder Telefon. Mit Bild ist die Internetverbindung oft instabil. Für mich als Schweizer sind selbstverständliche Dinge auf Reisen plötzlich eine Herausforderung. Wir hatten in der Pampa öfters kein Stromnetz zur Verfügung. Dann half uns die Solartasche mit integrierter Powerstation aus der Patsche. Doch bei schlechtem Wetter kamen wir in Stromengpässe. Kein Wunder: PC, Kamera, iPad für zwei Personen wollen alle mit Strom versorgt werden. Wir kriegen eins zu eins mit, wie abhängig wir sind und wie schwer es ist, genügend Strom zu produzieren.


Die Telefon-Erfahrungen haben uns gezeigt, dass wir mit dem populärsten und dem staatlichen Anbieter am besten versorgt sind. In Georgien sind das Geocell und Magti (staatlicher Anbieter). Bisher hatten wir nur an einem Ort keinen Empfang. In Georgien ist die 4G-Abdeckung die Regel und 3G eher die Ausnahme. Nach fast drei Monaten in diesem fantastischen Land ist Geocell unser Favorit. Wichtig ist die Modellversion des Telefons. Je neuer, umso besser sind die Empfangsergebnisse. Am besten ist sicher, ein Telefon mit zwei SIM-Karten zu betreiben, um den Aufwand des Wechselns in Grenzen zu halten. Das Swisscom-Abo wird in Georgien zum grössten Kostenfaktor. Die Marge muss unglaublich hoch sein. Mit Geocell kann ich während 5 Tagen mit 4.00 Lari unbegrenzt surfen und telefonieren – innerhalb Georgiens. Das sind umgerechnet knapp 1.20 Franken. So komme ich im Monat auf weniger als 8.00 Franken. Dafür sind keine Auslandgespräche möglich. Eine Minute Telefongespräch mit der Swisscom in die Schweiz kosten 10 Franken. Jeden Monat ist der Tarif nach 2-3 Tagen leergesaugt. Bei Geocell muss ich das mit einer App speziell einrichten. Ohne die App käme ich locker auf 40.00 für das Internet. Wer zu zweit nach Georgien reist, sollte Geocell als Favorit und Magti als Backup verwenden (Stand November 2021).


Aktuell habe ich ein nerviges Problem mit dem Schweizer Telefon. Ich kann weder telefonieren noch SMS erhalten. Jedes Kind weiss, wie wichtig heute SMS für Zugänge sind, die aus Sicherheitsgründen eine SMS schicken. Oder wer die Einstellungen ändern will, erhält zur Überprüfung eine SMS auf das hinterlegte Telefon. Da nützt mir die Gratis-Hotline der Swisscom herzlich wenig. Obwohl es koordiniert ist und ich via Telefon mit meiner Stellvertretung in direktem Kontakt im Swisscom Shop stehe - keine Chance. Swisscom fordert einen Anruf über mein Mobiltelefon auf die Festnetznummer +41 800 800 800 – das sei gratis. Wenn ich auf das Festnetz anrufe, kommt der Standardtext: „Anrufe auf diese Nummer sind nicht möglich!“ Ich drehe mich im Kreis, ärgere mich über die Art und Weise, wie Kundenservice umgesetzt wird. Es gibt einen Weg und Grundsatz, so wird es gemacht und fertig. Doch das löst mein Anliegen nicht. Im Dezember werde ich persönlich im Swisscom-Shop vorbeigehen müssen, um mich darum zu kümmern. Bis dahin muss ich wohl oder übel auf SMS für digitale Zugänge und Sicherheitsabfragen verzichten und mir anders weiterhelfen. Das schrägste daran: ich bezahle ein Abo und kann es nicht nutzen. Solche Dinge bringen mich an den Rand der Verzweiflung. Als Kunde bin ich hilflos und ausgeliefert.


Über Plattformen von digitalen Nomaden, also den arbeitenden Reisenden – oder soll ich schreiben «Steuerflüchtlingen» – sind nützliche Informationen zugänglich. Leider sind diese oft nicht kostenlos. Auf diesen Plattformen ist vieles beschrieben etwa wie die Eröffnung eines Bankkontos geht, was beim Immobilienkauf zu beachten ist oder wie Besteuerung von Privatpersonen und Firmen gestaltet ist. Ebenso, was es zur Gründung von Unternehmen braucht und wieviel das ganze kostet. Viele nützliche Dinge sind einfach zugänglich und in Erfahrung zu bringen. Es ist eine Verdichtung von Wissen, das der Notar, Steuerexperte, Wirtschaftsanwalt etc. mir auch in der Schweiz besorgt, selbstverständlich mit den üblichen Honoraransätzen.


Heute kann so vieles direkt über das Internet in Erfahrung gebracht werden. Mir nützt hier im Speziellen der regelmässige Austausch mit den Teilnehmern des Studium Generale. Teilnehmer von Jung bis Alt sind dabei, Unternehmer, digitale Nomaden, Rentner, Landwirte, Steuerexperten, Journalisten und andere. Dieser Mix stellt einen vielseitigen Austausch und Meinungsbildung sicher, fernab von populären Halbwahrheiten.


Aktuell ist ein neuer Trend auszumachen. Die digitalen Nomaden mit hohen Einkommen, das heisst über CHF 160‘000, verlassen Georgien in Richtung Zypern oder Montenegro, wenn sie im europäischen Raum bleiben wollen. Montenegro hat nach wie vor ein anrüchiges Ansehen. Die Gegend ist eher bekannt für Geldwäsche und Kriminalität. Doch das Vorurteil geht in die falsche Richtung. Ähnlich ist es mit dem Wissen und den Vorurteilen der Schweizer gegenüber Georgien. Die Bedingungen für Menschen, dort zu leben und zu arbeiten, könnten besser nicht sein. Für Regina und mich ist und bleibt Georgien unsere Zukunft. Zypern wäre uns viel zu klein und andere Kontinente kommen nicht in Frage. Für mich, der jahrelang die hohen Steuern in der Schweiz bezahlt hat, ein verständliches Verhalten. Heute plädiere ich dafür, dass der sich Mittelstand und die Bürger der Schweiz die Strukturen und Gesetze der Steueroptimierung zu Nutze machen müssen. Wer dann die Technik von heute dazu einsetzt, kann sich sein Paradies schaffen und leisten. Das ist so in der Schweiz kaum mehr finanzierbar. Das ist einer der Antriebe von Regina und mir.


Das eingesparte Geld kann in selbst ausgewählte Projekte verteilt werden. Das hat sicher mehr Wirkung, als wenn ich es dem Staat und Bund in Form von Steuern überlasse. Was der Staat und die Politik sich während meiner bisherigen 38 Jahre Berufsleben geleistet haben, ist pure Geldverschwendung. Die ständigen Skandale von Betrug, Bestechung, Manipulation, Preisabsprachen etc. sprechen Bände. Dazu gesellen sich die Vorschriften der öffentlichen Vergabe, Auflagen von SUVA, Brandschutz, Qualitätsmanagement, SIA und mehr, die vieles verteuern und öfters mehr Unsinn als nützlich sind. Ein komplett autarkes Haus zu bauen, ist in der Schweiz unmöglich. Die Anschlussgebühren für Strom, Wasser, Kanalisation müssen sein. Die heutigen Auflagen entsprechen kaum mehr den Klimabedürfnissen, so wie die Schule und Ausbildung mit der technologischen Entwicklung kaum mehr mithalten kann. Was heute gelehrt wird, ist mehr Schnee des letzten Jahrtausends als dass Aktuelles vermittelt wird. Kochausbildung: «Fleisch hat Poren». Dabei sind das Fasern und keine Poren. In der Küche ist der Chemiker im Vorteil, wenn die Entwicklung der Küchengeräte und Zusätze beachtet wird.


Was die Schule, Universität und Berufsbildung machen ist näher an der Untauglichkeit, als die meisten sich vorstellen können. Wer das Wissen, das mir heute in Sachen Geldsystem und Wirtschaft zur Verfügung steht, in frühen Jahren vermittelt bekäme, würde sich anders verhalten, als es die Mehrheit heute tut. Das ist wie mit Firmen, die ihrem Kader übersetzte Löhne – freundlich ausgedrückt – bezahlen. Für mich ist der offiziell legalisierte Betrug offensichtlich. Das unterstütze ich in keiner Weise und meide Lösungen und Angebote solcher Firmen. Egal ob Finanz-, Lebensmittelbranche oder eben der vermeintlichen Bildung.


Daher kommt meine Motivation, meine Kosten so gering wie möglich zu halten und heute meine Möglichkeiten zu nutzen. Für gesunde Ernährung benötige ich alte Sorten (Gemüse, Früchte, Fleisch…) und traditionelle Methoden der Verarbeitung. Wenn dazu noch ein Grundstück ohne Kredite der Bank erworben werden kann, sind die Voraussetzungen, das zu erreichen, um Welten besser. Was heute in der Bildung an Finanzwissen vermittelt wird, verhindert genau diesen Vorgang. Wo kämen wir da hin, wenn die Mehrheit das so täte? Das ist wie in vielen Firmen: da werden Schafe benötigt, die ausführen und die Widerspenstigen werden aussortiert.


Lesern, die dazu mehr wissen wollen, lege ich einen Besuch der Homepage www.geroldschlegel.ch nahe und empfehle unseren Blog. Besser wäre gleich, mein Buch «Neustart für Küche & Geld» zu kaufen. Je mehr ich meine Leser und Kunden ins Bild darüber setze, wie ich die Strukturen von Einkommen und Vermögen nutze und wie ich meine persönliche Anlagestrategie gestalte, umso weniger bleibt hängen bei den traditionellen Anbietern (Bank, Versicherung).


Eine weitere Besonderheit gibt’s dazu: wir begrenzen uns nicht nur auf das Reduzieren der Kosten, sondern vermitteln zusätzlich praktisches Wissen. Wir pflegen einen holistischen Ansatz. Wir verbinden Lebensgestaltung, Arbeiten, Geldanlage, Naturschutz und Ernährung. Das ist so nur schwer zugänglich. Der praktische Ansatz und unsere regelmässigen Berichte machen es verständlicher. Je mehr ich mich als Mensch begrenze umso weniger kann ich wachsen und erreichen.


Firmen und Familien, die sich mehrheitlich auf Kosten und Gewinne fokussieren wollen, sollen das tun. Wir verzichten gerne auf kurzfristige Ergebnisse. Langfristiges Vorgehen besitzt eine Eigenart, die als «exponentiell» bezeichnet wird. Egal ob es der Zinseszins-, Netzwerkeffekt oder die Entwicklung bei Firmen (Roche, Tesla, ON Schuhe etc.) betrifft: lange Zeit sind kaum Fortschritte erkennbar und dann plötzlich steigt die Entwicklung exponentiell.


Das Verhalten der Berner Steuerbehörde gegenüber KMU hat unseren Prozess und Entscheid beschleunigt. Die Steuerbehörde hat mich 4 Jahre lang drangsaliert und beschäftigt – um eine Maus zu gebären. Die anfallende Arbeit und die Kosten blieben bei mir. Das nenne ich organisierte Willkür. Das hat meine veränderte Haltung gefördert. Die gehässige Auseinandersetzung in der Schweiz zu COVID und zum Impfen verstärkt das zusätzlich. Kooperation und Miteinander werden so zu Fremdwörtern. Die Entwicklung und Auswirkungen der heute weltweit üblichen Geld- und Zinspolitik führen zu Ungleichgewichten. Die Schere von Reich und Arm geht in atemraubendem Tempo auf. Das zwingt mich, mich als Bürger selbst zu schützen. Egal was die Zukunft bringt, derjenige, der sich weniger schützt und organisiert, wird auf der Strecke bleiben. Je früher der Leser das erkennt und sich schützt, desto eher sind finanzielle Freiheit und Unabhängigkeit erreichbar.


Den bis heute sträflich vernachlässigten Zinseszins-Effekt – weder in der Schule noch an der Universität vermittelt – setze ich als meinen besten Arbeiter ein. Sich um Finanzthemen wenig zu kümmern, hat seinen Preis. In meinem Buch «Neustart für Küche & Geld – Andere Wege gehen und neue Beziehungen wagen“ wird vieles verständlich. Dort sind Einsichten und Konsequenzen zu finden, die sich aus meinen Erfahrungen ergeben. Grundsätzlich schaden Politik, Finanz- und Lebensmittelbranche ihren Bürgern und Kunden eher, als dass sie Nutzen erzeugen. Die Parteiprogramme mit mehr Gesetzen und Geld für die jeweils Vertretenen stinken mir. Weniger Gesetze und weniger Geld macht kreativer und fördert Eigeninitiative. In Georgien ist das an fast jeder Ecke erkennbar.


Je länger ich aus der Ferne das Geschehen in der Schweiz verfolge, umso mehr schätze ich den administrativen Minimalismus der Georgier und deren Prioritäten für das Wichtige. Was wichtig ist, funktioniert und ist preiswert. Alles andere ist zum Haare ausreissen. Das Motherboard beim Lenovo-Laptop hat den Geist aufgegeben. Eine Woche beim offiziellen Serviceanbieter von Lenovo in Tiflis waren nötig, um den Fehler zu finden. Die Reparatur dauerte dann weitere sechs Wochen. Jetzt habe ich beim Starten des Laptops eine französische Version, zum Arbeiten hingegen alles auf Deutsch. Wieso? Das kann mir bis heute niemand beantworten. Egal, ich kann arbeiten. Regina hat innert zwei Stunden beim Optiker drei Brillen erhalten. Eine Brille repariert, bei einer anderen Brille das Glas ersetzt und eine komplett neue Brille mit Gleitsichtgläsern zu einem Spottpreis erstanden. Das ist wichtig, also ist es ebenso einfach erhältlich. In der Schweiz werden die Bancomaten immer öfter entfernt mit dem Argument der vielen Diebstähle. In Georgien stehen an jeder Ecke Automaten, die mit Geld gefüttert werden. Vom Telefon, Strom, Krankenkasse, Polizeibussen, Konzerten und anderem mehr kann hier mittels Mobiltelefon-Nummer und Bargeld alles bezahlt werden. Ein Sackkarren würde reichen, um die Geldautomaten zu entfernen. Anscheinend sind in Georgien die Strafen und Rahmenbedingungen für Diebstahl drakonischer und viel abschreckender als der Schweiz. Eine andere einfache Lösung ist tagtäglich auf den Strassen Georgiens zu sehen: Kühe, Schweine, Schafe, Pferde, Esel, Gänse, Enten und Hühner haben freien und unbeaufsichtigten Auslauf. Am Morgen sind sie in Gruppen auf dem Weg zum Futter und am Abend dasselbe Theater auf dem Heimweg. Das Schauspiel der Kühe, die am Abend vor dem Gartentor warten, um gemolken zu werden, ist ein Bild wie zu besten Nebelspalter-Zeiten (Satirezeitschrift der Schweiz). Nur selten sind diese Tiergruppen mit einem Menschen, der aufpasst, unterwegs.


Uns haben die Kontakte zu Georgiern vieles erleichtert und sichergestellt, die «Einheimischen-Tarife» zu bezahlen. Je mehr wir mit «westlichen» Reisenden in Kontakt kamen und deren Favoriten nutzten, umso höher stiegen die Preise für die Angebote. Egal ob Essen, Unterkunft oder Handwerker-Arbeiten. Wer die Kaufhäuser der «westlichen» Art besucht, ist das Geld sehr schnell los. Europäische Preise sind mehr die Regel als Ausnahme. Dasselbe gilt bei allen anderen Dienstleistungen und Handwerkern. Wir haben mit Hâusi und dem schwarzen Kugelblitz (Mietauto) Werkstätten gesehen und besucht, die in der Schweiz längst geschlossen worden wären. Handwerklich sind dort jedoch unglaublich geschickte Menschen am Werk. Sie glänzen mit ihrem Können, weniger mit ihren Preisen – wenn ich den Tarif der Einheimischen kenne. Es ist kein Bereich ausgeschlossen. Auf dem Jahrmarkt in Tiflis war das noch offensichtlicher. Es gibt einen Preis für Touristen und einen für Einheimische. Regina und ich wissen das und verhalten uns entsprechend. Der so eingegangene Verzicht ist mehr Vorteil. Dazu kommt, dass Georgien sozusagen das Tor zum Orient ist. Im Orient sind Preisverhandlungen Pflicht. Diese Sicht erleichtert es uns, das Verhalten auf die leichte Schulter zu nehmen. Kultur des Orients ist unvergleichlich. Das Gastrecht ein spezielles Privileg dazu.


Anstelle der Zahlung mit Kreditkarte und der Geldbezüge am Bancomaten, haben wir uns für Bargeld entschieden. Wir haben für das Reisebudget und für den Notfall Bargeld (CHF/EURO) dabei. Die anfallenden Kosten beim Währungswechsel und beim Bezahlen sind so am tiefsten. Wer ein georgisches Bankkonto hat, muss mit hohen Gebühren beim Geldtransfer aus der Schweiz rechnen. Am meisten Mühe hatten wir, die Schweizerfranken zu wechseln. In Georgien ist es wichtig, kleine Noten dabei zu haben, egal ob EURO, CHF oder die Heimwährung Lari. Grosse Noten sind suspekt und können oft nicht gewechselt werden. Kein Wunder. Ein überdurchschnittliches Einkommen beträgt umgerechnet knapp 600 Franken. Kaum vorstellbar für einen Schweizer. Wir nutzen mehrheitlich 50er-Noten von CHF/EURO/Lari, sind jedoch immer mit kleineren Lari-Noten ausgerüstet. An der Strasse, beim Bäcker, an der Tankstelle oder auf den vielen kleinen Märkten ist das ein Vorteil.


Wer mit dem eigenen Auto nach Georgien reist, wird sein blaues Wunder erleben. Versicherungstechnisch ist Georgien aus Sicht der Schweiz ein Niemandsland. Richtig! Ab dem Grenzübertritt nach Georgien besteht kein Versicherungsschutz mehr. Der Schweizer Versicherungsschutz von Hâusi gilt in Georgien nicht. Weder Haftpflicht noch Teilkasko. Bis in die Türkei war das nie ein Thema. Die Versicherung in Georgien kostet nicht die Welt, aber viele der Verkehrsteilnehmer sind unversichert unterwegs. Wer das weiss und in einen Unfall verwickelt ist, wird in Georgien erstmal seine Schuld bestreiten, unabhängig davon, wie schräg der Sachverhalt ist. Die Konsequenz ist, dass die Fahrzeuge von der Polizei konfisziert werden bis die Sachlage geklärt ist. Es sei denn, die Beteiligten finden eine einvernehmliche Lösung untereinander. Das führt zu erstaunlichen Ergebnissen. Selbst ausprobiert.


Trotz aller Hindernisse und Pech sind Regina und ich von Georgien begeistert. Dazu kommt, dass mir die Reise von der Schweiz bis nach Georgien neue Einblicke gab und sich meine Haltung bestärkt hat. Die langfristige Anlagestrategie mit Schwerpunkt auf Klima, Elektrifizierung, Geld-, Zinspolitik und Integration der Kryptowährungen trägt Früchte. Regina musste öfters mein «Einsiedler»-Verhalten ertragen, wenn ich wieder abendelang las und Beiträge zu Anlagethemen anschaute. Das Ergebnis dazu ist, dass wir uns das Leben so gestalten können, wie wir es uns vorstellen: weniger status- und konsumgetrieben. Während der gesamten Reisezeit habe ich nur wenig gehandelt, sprich Wertpapiere gekauft oder verkauft. So wie wir reisen und unsere Informationen abseits der populären Wege und Orte suchen, so suche ich Informationen und Zusammenhänge zu meiner Anlagestrategie. Die Themen Krypto und Uranium erfordern die Kenntnis über viele Zusammenhänge und Querverweise, die auf den ersten flüchtigen Blick kaum zu erkennen sind. Wer heute die Zeitung aufschlägt, liest immer mehr von Uranium als Teil der Lösung, um unser Klima zu schützen. Die Politik hat das erkannt und entsprechend populär ist es. Dabei ist es so offensichtlich: die Motivation ist die Wiederwahl und nicht der Nutzen der Bevölkerung. Die Bürger werden benötigt, um das Theater zu finanzieren. Die Nachrichten der ersten Novemberwoche zu Uranium übertreffen meine kühnsten Erwartungen und bestätigen den vorhin gemachten Zusammenhang.


Der Weg abseits der populären Finanzindustrie ist genauso befriedigend, wie das Reisen abseits der ausgetretenen Touristenpfade. Offensichtlich bisher wenig wahrgenommene Verbindungen tauchen aus dem Nichts auf. Mir hilft genau dieser oft mühsame und langwierige Prozess für neue Einsichten und stärkt mich, andere Wege zu gehen.


Während meiner Tagesseminare machte sich Regina allein auf die Socken und kommt immer wieder mit überraschenden Entdeckungen zurück. Die viele Zeit, die wir zusammen verbringen können, schätzen wir sehr, obwohl wir uns beide gegenseitig manchmal kaum ausstehen können, je nach Verhalten und Reaktion. Das Reisen ist eine Lebensschule, die uns glücklich macht und von der wird gleichzeitig langsam genug haben. Wir wollen arbeiten, unsere Kreativität von der Leine lassen.


Wir haben viele Neuigkeiten. Gutes wie weniger Erfreuliches. Wir haben unser «Zu Hause» gefunden und konnten am 05. November 2021 beim Notar den Kauf dokumentieren. Gleichzeitig erfuhren wir, dass der in zwei Tagen vorgesehene Termin der Hundeübergabe ins Wasser fällt. Der wunderschöne und jugendliche Deutsche Schäferhund ist wieder beim Besitzer. Sie haben sich gefunden. Wie in Georgien üblich, hat jemand einen gekannt der einen kennt und so sind die zwei wieder vereint. Ob wir morgen Hâusi komplett repariert – fehlende Plastikteile angeschraubt und alle beschädigten Teile gespritzt – zurückbekommen, bezweifeln wir beide. So wechseln sich Gutes und wenig Erfreuliches ab. Das Tempo des Vorganges wünschte ich mir oft langsamer, das Wechselbad ist schwer auszuhalten. Doch für Leser ist es sicher unterhaltsamer, als wenn wir uns wie die Influencer und Werbeträger verhalten würden.


Die Narrenfreiheit sollte nicht unterschätzt werden. In diesem Sinne freut Euch! Es kommen einige erstaunliche Sachen. Stichworte sind Frust und Freude beim Grundstückskauf, georgische Verhandlungsstrategien, Hundegeschenke, Limonenernte in Batumi, Kartoffeln aus Tsalka, Adel verpflichtet in Georgien - in England ist das unklar…



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