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  • Gerold Schlegel

Kochen - Gerold

Gewürze, Küchenequipment, selbst Zubereitetes und andere Mückenmittel


Kurkuma wissen wir jetzt mit Essig und Seife kriegst du es von allem weg. Bei Kleidern helfen zusätzlich Salz oder Backpulver. Wo sollen wir Backpulver hernehmen und wie erklären. Das Personal in den Läden spricht kaum Englisch oder Deutsch. Wir haben Kurkuma für ein ganzes Jahr dabei. Kurz vor der Abreise habe ich ein ganzes Kilo – Bio Kurkuma – gekauft. Dank Marco, weiss ich das immer mehr zu schätzen. Denn jetzt ist es Teil des Bordgepäcks und Unstimmigkeit, wenn die Teller, Schüsseln, Kleider oder Bordküche Gelb daherkommt. Wie mit der Kochmenge, weniger wäre mehr.

Gewürze sind das Elixier und Pfeffer ist ein ganz besonderes Gewürz das vernachlässigt wird. Ich habe mir eine eigene Pfeffermischung gemacht: Kubeben, Langer, Tasmanischer, Kampot, Szechuan, Belem, Kerala, und Tellicherry sind diejenigen Pfeffer wo ich gerade aus dem Ärmel schütteln kann. Es hat vielleicht noch 2-3 andere Sorten drin. Der Pfeffer kommt erst zum Einsatz kurz bevor das Essen (Fleisch, Fisch, Gemüse, Salat, Früchte) fertig gegart, gegrillt oder roh auf den Tisch kommt. Früchte mit Pfeffer und einem Hauch hochwertigem Salz gewürzt, bringt die Aromen zum Fliegen. Wer es nicht kennt macht den Test mit zwei Schälchen Früchten. Einmal mit „wenig“ Salz und Pfeffer und einmal ohne Alles. Massgebend für die Menge Salz ist die Grösse des Schälchens – Grins.

Beim Salz bevorzuge ich Steinsalz – kein Mikroplastik – habe jedoch alles afrikanische Meersalz dabei das ich von Cynthia in Regerenzgläser mit unterschiedlichen Mischungen (Rooibos, Indisch, Kräuter, Karoo…) erhielt. Widersprüche sind Teil meins seins. Mir sind dogmatische Verhalten fremd. Das Eine tun das andere nicht lassen. So koche ich aktuell anstelle mit klassischem Butter, mit Ziegenbutter.

Das Beste ich habe eine ganze „grosse“ Familienpackung Herbamara mit. Das Beste vom Besten. Kein Maggi, kein Aromat, kein Ketchup, Bouillon – obwohl ich gekochte Eier mit Ketchup liebe. Anstelle von Bouillon habe ich meine selbstgemachte Gemüse Salzmischung mit. Das Fermentierungsrezept steht in meinem Buch: Neustart für Küche & Geld. Im Stau Fach am Boden hatte es noch Platz für einige Gläser und Bücher Exemplare.

Der grösste Wahnsinn – denn wir sehr schätzen – wir haben einen Thermomix dabei. Wenn Strom vorhanden ist, werden darin allerlei Fruchtsäfte gemixt. Oder mit den Resten aus Kühlschrank und „frischem“ Gemüse das den Kopf schon leicht hängen lässt, 2-Mal eine köstliche Suppe gekocht. Oder die Wassermelone zu einem Fruchtsaft püriert und mit Mineralwasser verdünnt. Köstlich. Mit dem fotogarfieren bin ich weniger schnell als mit kochen. Mit dem Thermomix geht kochen und dämpfen gleichzeitig. Dazu verfügt er über eine eingebaute Waage. Also den Teig herstellen, um Brot auf dem Feuer zu backen, geht einfacher in keinster Weise. Einzig das Auspacken eine Herausforderung. Was fast vergessen ging, es gibt in Tschechien sogar eine Pfanne die Oberhitze hat – Remoska. Ein Überbleibsel aus der sozialistischen Zeit in Tschechien. Wir haben eines dieser seltenen Exemplare dabei. Gebe ich nicht mehr her. Funktioniert wie ein Backofen der nur über Oberhitze verfügt. Regina hat damit „Guetzli“ an Weihnachten gebacken. Für Geschmortes eine sensationelle Alternative zu all den feuerfesten Möglichkeiten die es gibt um im Ofen oder auf dem Feuer zu kochen. Gegartes darin über mehrere Stunden zubereitet, einfach nur lecker. Von Fleischsuppen, Haxen über Gulasch bis und mit Saucen, schon alles gemacht.

Bisher auf dem Feuer allerlei gegart und schätze gegrillte Avocados, Tomaten, Peperoni, Zucchetti, Auberginen und Maiskolben immer mehr. In der Nähe von Sovata – was ich dauernd mit Soweto in Johannesburg, Südafrika verwechsle – waren wir auf einem sensationellen Campingplatz. Wir schafften es alleine die ganzen 10‘000m2 nutzen zu können als wir auf dem Platz waren. Dort habe ich 2x richtig gegrillt und eine wunderbare Kohle produziert. Das Mengenmass war etwas aus dem Ruder gelaufen und Regina hat vor Schreck sich den Mund zu gehalten. Ja es war viel zu viel, ich gestehe, doch da war soviel wunderbare Glut. Die kann doch nicht ungenutzt verschwendet werden. Ich bin Allesfresser; Fleisch wie Fisch, Gemüse, Salate, Pilze oder Früchte etc. alles zu seiner Zeit. Die Abwechslung und Frische ist mein Leitstern. Hier werden übrigens die Forellen im groben Maismehl (Polenta) paniert. Gehört zu meinen neuen Lieblingen. Die so präparierte Forelle wird in der Pfanne goldbraun herausgebraten. Die Flossen die ich üblicherweise separiere – und liegenlasse – sind jetzt essbar und so was von Lecker. Die Gräten sind mehrheitlich essbar und nur wenige blieben auf dem Teller. Nein, ich war keinesfalls ausgehungert.

Doch auch wir überfallen manchmal Orte mit Essensangeboten die reine Nahrungsaufnahme sind. Das erkennst du leider erst, wenn du schon auf Futtern eingestellt bist und etwas richtig Kaltes zu Trinken möchtest. Die Ausschilderung hat so viel versprochen und die Speichelproduktion angeworfen. Ich kenne das von vielen Menschen, wenn sie Hunger haben, werden sie unausstehlich und das war so in etwa der Zustand von Regina und mir: Hunger und Durst. Eine unheilige Allianz. Dann aus dem Nichts heraus ein riesiges „Restaurantschild“ in 5 km – Futter und kalte Getränke. Nach 2 km das nächste Schild und so fuhren wir noch an 3 weiteren Schildern vorbei. Da fährt das Kopfkino Achterbahn. Hunger und Durst erreichen einen weiteren Zustand des gestillt werden. Als wir ankamen ging es nur noch um trinken, essen und weiter. Es war einer unserer kürzesten Halte. Geschätzt keine 30 Minuten. Verzichten war keine Alternative. Also fertig los. Der leere Teller ist ein Überbleibsel meiner Kindheit – Ausessen. Kennt der Eine oder andere Leser sicher. Deshalb bin ich unsicher, was mich leitete auszuessen. Egal. Das scharfe Hühnergulasch war wirklich lecker, trotz der Beihilfe der Lebensmittelindustrie. Die trockenen Poulet Flügel keine wirkliche Überraschung mehr. Der Leser sollte sich jedoch merken: „Vorbereitetes, über Stunden warm gehaltenes Essen ist reine Nahrungsaufnahme und hat wenig mit Esskultur zu tun“. Vor allem wer es bequem haben will und seine Sehnsüchte augenblicklich stillen will, muss sich nicht wundern. Die Moral der Geschichte: Wir hätten an einem schönen Picknickplatz anhalten können und einmal quer durch den Kühlschrank essen. Freie Entscheidung. Schnell ist mehrheitlich eine verzichtbare Lösung.

Stell dir vor du wanderst bei ca. 37 Grad Querfeld ein, durchquerst eher Dschungel als Wiese. Begegnest Bärenscheisse – da noch keine Ahnung – dann schwitzt und leidest du völlig unbeschwert vor dich her. Bis du im Dorf ankommst und sie die Hände über den Kopf schlagen, wenn du erzählst woher du kommst. Dabei hat uns der Chef des Campings den Rat gegeben einfach erst ab 9:00 Uhr los zu marschieren und unter keinen Umständen früher oder nachts das Areal zu Fuss zu verlassen. Wer hat nun Recht; die besorgten Dorfbewohner oder der Naturfreak und Campingbesitzer, der über Jahre Forscher und Doktoren der Naturwissenschaft untergebracht hat? Das Gebiet ist eine pralle Vielfalt von Insekten, Gräsern und anderem mehr. Das zeigt einmal mehr; es gilt abzuwägen welche Information du glaubst und welche pure Angstmacherei ist. Doch wir kamen umso schneller ins Gespräch mit den Einheimischen. Sie redeten mit uns in perfektem Deutsch – in Rumänien. Kein Wunder, die Mehrheit arbeitet in Deutschland und Rumänien hat deutsche, ungarische wie tschechische Regionen und Dörfer. Doch das Grösste war nach ca. 2h Schwitzen an diesem Mini Markt was Kühles kaufen und trinken zu können. Nassgeschwitzt war nur das Vorwort. Die Wohltat kaum vorstellbar. Dann nehme ich aus den Augenwinkeln wahr, dass sich Einer Zucker oder Salz in den Bierbecher streute. Wie bitte? Was soll das denn? Heute einer unserer Favoriten. Es war Salz und das hilft uns – mir im Speziellen – den Salzhaushalt auszugleichen. Ernsthaft versucht das Mal: Kaltes Bier mit etwas Salz. Ein anderer Getränkefavorit von uns ist eiskalter Espresso aufgefüllt mit Tonic. Klingt schräg und ist nach Angewöhnungszeit der Wachmacher und Durstlöscher.

Das Beste aller Mückenmittel ist ein letzter Rest d.h. Gläschen von meinem freiwilligen Kuraufenthalt in der Siddhalepa Ayurveda Klinik in Colombo (2019) – dem Original. Wieso nur Einheimische da hingehen war spätesten nach dem Aufenthalt klar. Es war mehr Gefängnis als eine Wellness Woche und kostete 2x nichts. Zurück zum Mückenwundermittel: Tigerbalsam. Ganz wenig auf den Hals die Hand- und Fussgelenke gestrichen und die Mücken nehmen Reissaus. Hâusi kriegt so eine ganz eigene Duftnote.

Am wichtigsten das Alles ist ohne die Packkünste und praktische Veranlagung von Regina kaum machbar. Vieles hat Doppelfunktionen. Der Boden wird mit einer Schuhbürste schnell rausgeputzt die vorher noch Schuhe geputzt hat. Oder das Super zerlegbare Dreibein Tischchen, das mal den Wasserbehälter trägt, als Znüni Tisch genutzt wird oder einfach als Ablagefläche dient...

Die inspirierenden Rückmeldungen fördern das Schreiben und die Kreativität.

Herzlichen Dank!


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