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  • Gerold Schlegel

Inverstieren - Gerold

Inflation – Sichtbare Auswirkungen und Massnahmen türkischer Bürger

Bis anhin war die Geldanlage kein Thema oder wenn dann höchstens am Rande. Die Türkei hat harte Zeiten hinter sich und die Folgen d.h. Konsequenzen der Inflation sind unverkennbar. Wir sind über Bulgarien vom Schwarzen Meer her in die Türkei eingereist. Vor dem Dorf Varvara haben wir alleine an einer Bucht geschlafen und sind am nächsten Morgen an die türkische Grenze gefahren. Der Nationalpark durch den wir fuhren, eine Augenweide – Silkosiya. Die Route eher abgelegen und wenig befahren. Erst ab Malko Tarnovo war mehr Verkehr. Doch immer noch sehr wenig.


Bis kurz vor Istanbul sahen wir unglaublich viele Grosswerke: Zement – Kies – Kalk – Steinbrüche. In der Grösse und Häufigkeit – für mich – einmalig. Die Qualität der Strassen nach Rumänien und Bulgarien in der Türkei mehr Luxus und mit Schweizer Luxusstrassen locker vergleichbar. Wir sahen uns mehr als einmal ungläubig an und konnten den Komfort kaum fassen. Es war so still hinten im Hâusi, nichts klapperte und schepperte. Das Beste an den doppelspurigen Schnellstrassen war, dass alle 10km ein Seitenwechsel möglich war. Das muss sich der Leser so vorstellen: Zuerst kommen am Boden Warnungen in Form von lärmenden Balken (kleine Erhöhungen), wenn Hâusi darüberfährt. Der Lärm ist derart ungewohnt, dass du Hellwach bist, Gefahrenstelle voraus. Anschliessend kommt quasi ein halbfertiger Kreisel. Jede Spur kann rein und raus fahren d.h. die Fahrtrichtung kann so alle 10km geändert werden ohne die Schnellstrasse zu verlassen oder sich verkehrswidrig zu Verhalten.


Die Dörfer und Häuser konnten unterschiedlicher nicht sein. Von ärmlich bis Qualitätsbauten wechselten die Bilder der Dörfer. Doch egal ob Stadt oder Dorf. Die Strassen sind zu parkiert, öfters mit Zuhilfenahme der Fahrspur. Die Autos konnten unterschiedlicher nicht sein. Extrem viele neuere Modelle und noch mehr Oldtimer denen man jegliche Fahrtüchtigkeit absprechen würde. An den Strassen häuften sich die Verkaufsstände vor den Häusern mit Honig, Früchten, Gemüse, Sirup und allerlei Säften.


Die türkische Währung hat zum Schweizer Franken fast 40% an Wert eingebüsst. Die Teehäuser sind voll mit Männern. Frauen sind keine zu sehen. Langsam mit den Gesprächen wird klar, dass viele Arbeitslos sind. Wo Haselnuss und anderes mehr gehegt, gepflegt oder geerntet wird sind Verschläge und Zeltdörfer der Landarbeiter zu sehen. Kein schöner Anblick mit dem ganzen Müll rund herum. Die Strassen selbst mit wenig Verkehr belastet obwohl der Liter Benzin nur CHF 0.60 bis 0.70 kostet.


Wenn die Wirtschaft boomen würde, müsste viel mehr Verkehr auf den Strassen sein. Vor allem Lastwagen und ausser den vielen 5 und 6-Achser der Grosswerke mit Kies, Kalk, Zement etc. waren wenig Stückgut Lastwagen zu sehen. Vor dem Zoll in Georgien haben wir erstmals LKW-Kolonnen von ca. 7km Länge gesehen. In diesem Ausmass weder an den Grenzen zu Deutschland, Tschechien, Österreich, Slowakei Ungarn, Rumänien oder Bulgarien erlebt.


Das war auf der gesamten Reise eine ausserordentliche Erfahrung die geringe Anzahl Schwerverkehr. Doch in der Türkei zur Grenze zu Georgien Richtung Batumi waren die Rastplätze oder Parkbuchten am Donnerstag vor der Grenze auf beiden Seiten der Strasse überstellt mit Lastwagen. Eigenartig. Wir machten zwei Versuche in Georgien einzureisen. Beim ersten Anlauf wollten wir – am Donnerstagabend – ohne PCR Test einreisen. Fehlanzeige ohne PCR Test ging nichts. Alles zurück und wieder Einreisen in die Türkei. Am Freitag dann mit PCR Test eine weitere Überraschung, ein Auffangparkplatz für LKWs ca. 15-20km vor der Grenze, war nur mit einem Fahrzeug belegt. Die Wartekolonne und das Chaos der LKWs am Zoll dagegen unvorstellbar lang und gross.


Viele Grossbaustellen betreffen öffentliche Bauten oder riesige Tourismus Anlagen. Ein grosser Teil der Häuser ist halb fertig, als ob das Geld ausgegangen ist und wieder weitergebaut wird, wenn Geld vorhanden ist. Der Unterschied von deutschen Türken oder im Ausland Lebenden und den vor Ort Lebenden könnte grösser nicht sein. Sie fahren neue kraftstrotzende PS Monster. Deren Wohnmobile sind von der neuesten Generation. Vor allem in den Tourismushochburgen oder populären Städten und Gegenden sticht dieser Sachverhalt ins Auge. Schnell erkennbar an den Autonummern und dem Fahrverhalten in der Türkei. Oder wenn du mitkriegst das der Franzose, Deutscher, Belgier in bestem Türkisch verhandelt. Da wir seit Bulgarien nur noch ab und zu ausländische Reisende auf der Strasse sehen und die Campingplätze oft mehr leer als belegt sind, kann das eher zu-/eingeordnet werden.


Wenn ich mit vor Ort lebenden d.h. englischsprechenden Türken rede sind Gold, Silber und Kryptowährungen übliche Mittel, um das Familienvermögen zu schützen. Bei Heimkehrenden Türken hingegen kaum ein Thema, viel mehr der Konsum. Es wird gezeigt was man hat. Ausser, wenn ein heimkehrender Türke im Restaurant die deutsche Rechnung verlangt. Das sind die Ausnahmen. Die «Deutsche Rechnung» zu bestellen, bedeutet jeder zahlt seinen eigenen Anteil. Genau der Vorgang ist jedem Kellner bekannt. Kein Witz.


Klar. Das ist eine Momentaufnahme und punktuelle Wahrnehmung. So wie Parteien, Berggänger, Wanderer, Wassersportler, Handwerker, Bauern ihr eigenes Biotop haben so ist das mit Reisenden. Reisende sind genauso anders gewickelt, als die zu Hause gebliebenen. Sie haben genauso ihr eigenes Biotop von Umfeld, Hobby, Liebhabereien, etc. und so sind die möglichen Kontakte klar. Quasi die Schnittstellen und die Eigenarten jedes Einzelnen begrenzen und schränken die Möglichkeiten ein. Wir kamen auch in Kontakt mit einigen Einheimischen, Unternehmern, Bauern, Angestellten und Landbesitzern etc. vor Ort. Bei unseren Kontakten waren die Alternativen Edelmetalle und Kryptowährungen schnell ein Thema. Die Anteile oder besser die Verhältnisse waren sehr unterschiedlich. Einige im grossen Stil nur Krypto. Wieder andere haben über Generationen das Familienvermögen mit Gold und Silber erhalten. Da sind die Quoten an Krypto noch gering.


Der gemeinsame Nenner; sie ergänzen ihre Alternativen um das Familienvermögen zu schützen. Je jünger die Gesprächspartner umso exotischer die Kryptowährungen. Das hat mich wenig erstaunt. Das Neue liegt näher als das Traditionelle und Bekannte. Junge Erwachsene wollen sich abheben von den Eltern. Wenn das anders wäre, wären die 60er mit «Liebe anstelle Krieg» und deren «Musik» unmöglich gewesen. Wie in den 80er Jahren die Jugendunruhen. Alles Zeichen der Auflehnung.


Die Krypto Bewegung von heute sehe ich immer mehr als Auflehnung gegen die Machenschaften der grossen Denker an den Schaltstellen des Geld- und Finanzsystems. Während 12 Jahren konnte sich diese Keimzelle des Aufbruches und Widerstandes nähren, stärken und wachsen. Diese Entwicklung verlief sozusagen unter dem Radar der Öffentlichkeit. Jeder der mitmachte stärkte mit seinem Mittun das neue Netzwerk. Wie bei einem neugegründeten KMU ist das Wachstum lange Zeit kaum zu erkennen. Die Fortschritte sind fast unsichtbar so gering ist das Wachstum. Doch plötzlich will jeder das haben oder nutzen. Dieser Vorgang ist bei jeder Innovation zu sehen: Fax, Internet, E-Mail, Elektro Auto etc. Doch dann kommt der Moment, wo das Ganze exponentiell wird. Wir sind heute an der Schwelle zu diesem exponentiellen Wachstum im Krypto Bereich. Hier wirkt der unverstandene Netzwerkeffekt. Jeder der hilft das Netzwerk zu stärken, wird belohnt mit langfristig steigenden Preisen und hohen Schwankungen. Dazu kommt das die psychologischen Elemente des Menschen in den Startlöchern sind: Gier und Angst etwas zu verpassen.

Nicht zu vergessen sind die Profis (Banken, Versicherungen, Pensionskassen, AHV…) der Geldvermehrung, die grossem Kosten- und Renditedruck ausgesetzt sind. Da ist die Quote von 1-5% in Krypto zu investieren eine sichere Wette und damit schon fast risikolos. Dazu sollte der Leser Wissen, dass die Profis in der Zwischenzeit entdeckt haben:

- Kryptowährungen zu besitzen über eine lange Zeitachse = höhere Rendite

- Kaufen und vergessen ergibt die höchste Rendite = höhere Rendite

- Verhält sich anders als alle heute bekannten Anlagen = kleineres Risiko

- Risiko verteilen und in Krypto investieren bis 5% = kleineres Risiko


Das ein Profi seinen Kunden diese Anlagekategorie näher bringt und einen Zugang ermöglicht, ist sehr unwahrscheinlich, da er sich selbst schadet. Viel lieber versetzt er sie in Angst und Schrecken. Hier ist verunsichern einfacher und lukrativer. Das Verständnis vermitteln hingegen zeitaufwendig und mit viel Widerständen der Kunden und der Chefetage der Finanzindustrie verbunden. Doch genau diejenigen die es mehrheitlich verteufeln, haben die letzten Wochen und Monate genutzt. Der Einbruch der Kurse war ein Ausverkaufs Rabatt und der wurde von den Profis als Chance erkannt und sie kauften im grossen Stil ein.


Exponentielles Wachstum der unverstandene Vorgang. Der sträflich vernachlässigte Zinseszins zeigt seine exponentielle Kraft im Vermögenswachstum erst nach langer Zeit. Die Vermögensentwicklungen von einzelnen Menschen sind dazu gute Beispiele: Warren Buffet, Jeff Bezos, Elon Musk, Bill Gates oder mit Peter Spuler aus der Schweiz. Lange Zeit kaum erkennbar und urplötzlich explodiert die Entwicklung des Vermögens. Die drei Gründer einer neuen «Sportschuh Marke», werden das in Kürze persönlich erfahren, mit dem geplanten Börsengang in den USA.


Im Widerstand zu sein, ist das Einfachste der Welt. Wir sehen, dass in der Politik mit Parteien die via Widerstand ein ganzes Land auseinanderbringen. Partnerschaften gehen mit ähnlichen Vorgängen in die Brüche. Wie viele nachbarschaftliche Zwiste würden sich in Luft auflösen ohne das verflixte – NEIN. Widerständler in Firmen sind ein noch grösseres Problem, da sie oft Innovation und Veränderung blockieren. Oder schlimmer sabotieren. Nein sagen ein gefährlicher und anerkannter Unsinn. Die Rede ist nicht von Risikosportarten oder Tätigkeiten die mich das Leben kosten.


Viel nützlicher als nein sagen, wäre eine gemeinsame Lösung auszuhandeln. Das nimmt Zeit in Anspruch und ist unbequem. Wenn der Weg hingegen gefunden ist ein viel erfüllender Vorgang. In dem Sinne rate ich dem Leser sich in kleinem Rahmen mit Krypto einzulassen, denn wer heute zu Krypto Währungen im Widerstand bleibt, wird das in 2-3 Jahren bereuen. Die heute wenig erkennbare Lawine des Krypto Umfeldes – Währungen, Finanzdienstleistungen, Infrastruktur, Datenverarbeitung – wird die meisten der bisherigen Entwicklungen der Menschheit in den Schatten stellen. Der Vorgang wird heute von einer Mehrheit unterschätzt und verdreht eingeordnet.

In eigener Sache. Herzlichen Dank das du das liest. Wenn du das weiterempfiehlst, hilft das uns nützliches Wissen und Kenntnisse von der praktischen Seite her zu vermitteln. Das wiederum fördert unser Netzwerk auszubauen und in ferner Zukunft unser Leben damit zu finanzieren.


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