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  • Regina Bircher

Ein Jahr und ein Big & Mac später.


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Me k’argad var, thkhven?


Ja, uns geht es gut.


Wir sind nach einem Jahr voller Auf und Ab zufrieden, bewegt und stolz, zugegeben, auch ein wenig müde.


Im Alltag sind wir uns überhaupt nicht bewusst, was wir seit dem 19. Juni 2021, seit unserer Abfahrt aus der Schweiz, geleistet haben.

Trotz vieler Schwierigkeiten, einem unnötigen Unfall, der unsere Vorhaben neu aufgemischt hat, einem Todesfall in der Familie, einigen Missverständnissen und Korrekturen, haben wir unsere Entscheidung nie bereut.


Auf der anderen Seite der Goldwaage steht die Gastfreundlichkeit, Hilfsbereitschaft, die tolle Natur Georgiens und unser neues Zuhause. Und nicht zuletzt die Möglichkeit, eigene Wünsche und kreative Ideen frei umsetzen zu können.

Selbst Herr(in) über den ganzen Tag zu sein und das «Müssen» sehen hier ziemlich anders aus. Zum Beispiel: wir müssen NICHT einen Briefkasten haben. Papiergefechte jeden Tag – das kennen wir nicht.


Am 1. November 2021 ging das Tor zu dem grossen, mit vielen alten Bäumen bewachsenen Garten auf. Das Haus, welches uns bis heute mit freudigen Momenten, aber auch schlaflosen Nächten beschenkt hat, stand im Sonnenlicht da. Die strahlenden Kaki-Früchte sahen wie die Weihnachtskugeln am Tannenbaum aus.

Unser Geschenk. (Das wir uns selbstverständlich selbst gekauft haben.)

Das auszupacken war nicht immer einfach.

Das neu einpacken schon gar nicht.


Das erste Einpacken überhaut haben wir seit 2020 erledigt gehabt. Das weitere war ein Eiertanz. Meine Facebook-Erinnerung machte mich heute, am 8. Dezember 2022 darauf aufmerksam, dass sich genau vor einem Jahr unser Hab und Gut in zwei Schiffscontainern verstaut, einer im russischen Jelez, der zweite an der weissrussisch-ukrainischen Grenze befand.


Unsere Entscheidung, nach Georgien umzuziehen, haben die zwei Blechriesen bestätigt.

Es treibt mir das Wasser in die Augen, wenn ich an den Einsatz unserer Familie, der Chauffeure Nikolaj und Igor aus Weissrussland, hiesiger Nachbarn und Kleinunternehmer denke, die uns beim Einpacken, Transport und Ausladen unterstützt haben. Es war alles so fremd, die Umgebung, die Leute, die unglaublich schwere Sprache.

Wir waren zwei Fremde, Ungreifbare und Unbegreifbare aus der Schweiz, die sich für ihr Land entschieden haben. «Die spinnen doch! Sie gehen bestimmt wieder.» haben sich die Georgier untereinander prophezeit.


Irgendwie haben wir intuitiv vieles richtig gemacht. Und wenn nicht, dann haben wir gelernt – oder bezahlt.

Unser Haus und Grundstück verwandelten sich schnell in eine grosse Wundertüte. Jeden Tag ziehen wir eine neue Überraschung heraus. Mal mit freudigem Jubel, mal enttäuscht und manchmal genervt und hässig.


Langsam, aber sicher hat sich die Messlatte und der Geduldspegel für Kompromissbereitschaft weit nach oben verschoben.

Der Bau und das Erlebte haben nicht nur einen neuen Beitrag gegeben. Ich wage es zu behaupten, es hätte sogar für ein Buch gereicht. Für dieses haben wir im Moment leider wenig Zeit. Wir sind mit der Erfassung der Bauschäden, Material- und Geräteverschleiss beschäftigt. Beschäftigungsprogramm zu jeder Tageszeit…


Es ist halb drei in der Nacht und ich spanne die Blache über dem neuen, heute Morgen gelegten Holzboden im zweiten Stock aus. Konstant tropft das Regenwasser von der Birne des Deckenleuchters runter. Wie lange schon? Es hat am Nachmittag zu regnen begonnen. In der Begleitung von starken Windböen. Diese sind oft eine Ursache für meine schlaflosen Nächte, heute sogar ein Grund zum Aufstehen.

Die provisorische Haustüre schwankt und knallt bei jedem Windstoss in den Rahmen.

Im zukünftigen Aufenthaltsraum im Parterre bleibt mein Blick auf die Stelle fixiert, an der das Wasser aus dem ersten Stock herunterfliesst, um unter dem Plattenboden zu verschwinden.


Ich schaue nach oben. Bis auf die unschönen Löcher in der neu gestrichenen Decke ist nichts Weiteres zu sehen. («Grosse Nägel braucht es, genug lang, dass der Holzboden und die Isolation auf dem alten Boden gut halten.» Hat der Baumeister erklärt. So kauften wir 5 Kilo davon. Zwei Männer haben dann später oben um die Wette gehämmert und Gerold wurde plötzlich blass um die Nase. Aus der Decke in der Küche und im Wohnraum ragten die Spitzen der unnötig und definitiv zu langen Nägel heraus. In diesem Moment waren es bestimmt schon 50 Stück. Samt den Spitzen wurden auch die langen Holzsplitter zu einem Anblick des Grauens. Unsere Liste der gebauten und mittlerweile schon zerstörten Werke der Arbeiter nimmt verdächtige Länge an. Ob sie sich damit eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit sichern wollen?)


Nach drei Monaten Wartezeit bekamen wir endlich das bestellte Schiebefenster zum Dachbalkon angeliefert. Trotz zweifachen Messens war das Fenster am Schluss doch zu gross. Die Dachbalken wurden mit Keilen angehoben, damit auch beschädigt, das Balkonblech nach innen gedrückt - da haben wir den Salat. Geflickt und gepflastert wurde auf dem Balkon fleissig und immer wieder.


Sehr oft und immer gleich.

Die Georgier lösen ein Bauproblem regelmässig mit Silikon. Silikon und Bauschaum. (Ob es bei einem kleinen Ehestreit auch funktioniert?)

Keine von diesen Materialien konnte verhindern, dass Monika und Kurt aus der Schweiz mitten in einer Sommernacht das Plastik Waschbecken geholt und zwischen die Beine platziert haben.


Mit Präzision wurde danach weiter geflickt, sodass unsere Gäste bis zum Ende der Ferien alle Möglichkeiten der drei bewohnbaren Zimmer ausprobieren konnten. Das Wasser findet immer ein Weg.

Doch sich aufzuregen, mit Massnahmen zu drohen etc. – das alles bringt hier nichts.

So spanne ich nun die Zeltblache, baue einen «Kanal» zum Auffangbecken, nehme einen Schluck von unserem eigenen Wein und schlüpfe im Bauhâusi wieder ins Bett.


Unser Haushalt ist immer noch im Haus, im Baucontainer und zwei Schiffscontainern verstreut. Im Haus selbst haben wir noch nicht geschlafen. Unsere Gäste dafür schon.

Es wird ein besonderer Moment für mich sein, wenn wir alle Türen schliessen werden, in unser Bett im Schlafzimmer schlüpfen und dann zu Hause ankommen.

Seit August 2020 haben wir kein eigenes Zimmer mehr bewohnt. Es waren Unterkünfte bei Freunden, Hâusi, Hotels, Zelt, Bauhâusi, welche unser Zuhause bedeuteten.


Wir wechselten ständig die Kofferinhalte. Aus den Containern holten wir Dies und Das, um es bei Nichtgebrauch dort wieder zu verstauen.

Der Umbau erinnert mich an das Tetris-Spiel. Ständig muss ein Möbelstück oder angehäuftes Material weichen. Die Küche und das gesamte Geschirr hat fünfmal den Standort gewechselt.

Unsere Kleider wandern ständig. Momentan sind sie auf dem Balkon. Unzugänglich hinter zehn Rollen Isolationsmaterial verstaut.


Dank der Umstände bin ich fleissig am Waschen. Unsere Garderobe ist sehr schmal und bei meinem letzten Besuch im Nagelstudio (weil ich ein Mädchen bin) nahm ich den Schweinestallgeruch zu spät wahr. Oh nein, ich habe in der Eile vergessen, die Sohlen des einen von zwei verfügbaren Paaren Schuhe zu reinigen.


Zum Glück ist unsere Stallbelegschaft ein lustiges Thema. Die anderen Frauen sind tapfer und alle erkundigen sich nach Big und Mac.

Aktiv-Ferien wünschen sich viele der europäischen Touristen.

Aktiv-Ferien haben sich meine Tochter Tezi, ihr Partner Dominik und Eliška selbst verordnet.

«Ihr braucht Schweinchen» war das erste, was sie nach ihrer Ankunft erläutert haben. «Und wir übernehmen alles, was es braucht.»

Einen Schweinestall und ein Gehege zu bauen, Wein ablesen, Wein stampfen, «Säulis» kaufen, und das alles in sechs Tagen. Chapeau – sie haben es geschafft!

Big und Mac waren zwei Brüder. Brüderlich verliessen sie schon am Morgen das Gehege, um unser Grundstück zu erkunden. (Schweine sind sehr erfinderisch, was Ausbruchsversuche anbelangt.) Da starb leider Big an einer Vergiftung und Mac mutierte zu einem Schäferhund.

Auf das Pfeifen hin holt er sich das Futter gleichzeitig mit Conti und Hera, Kater Mikes und dem kleinem Kätzchen Zango ab.


Mac rannte mit den Hunden herum, schlief auf einem Haufen über sie gestreckt in der Sonne und arbeitete fleissig. «Umgraben» lautete vermutlich sein Auftrag im Kopf.

So verwandelte sich bald die Hausumgebung in ein Minenfeld - gemeingefährlich.

Abends schleicht sich Mac in die Hundehütte und wenn die zwei Fellnasen losrennen und bellen, macht er natürlich mit und grunzt zur Abschreckung. Es reicht, ein neuer Zaun musste her!


Unser stiller, lieber Nachbar, der mit seiner Körpergrösse die am nahen Flughafen Kutaissi landenden Maschinen aus der Luft runterholen könnte, übernahm die Aufgabe mit Freude.

So entstand eine Ranch, auf der sich die Hühner und Mac wohlfühlen sollten.

Mac und die Hunde waren untröstlich traurig, dass ihre WG so abrupt aufgelöst wurde.

Er brauchte definitiv Gesellschaft und so entschieden wir uns, zwei Mädchen zu holen.


Wir fuhren wieder morgens in der Früh, noch im Dunkeln, auf den Markt und holten Gypsi – eine graue Dame. Mehr Mädchen hat es nicht gegeben. (Nach einigen Bisswunden am Ohr und kupierter Schwanzspitze bei Mac sind sie Freunde geworden.)

Am nächsten Sonntag waren die Kofferräume der am Marktrand stehenden Autos «schweinevoll».


In Abasha fängt der Markt um 3 Uhr in der Nacht an.

So war ich und der grosse Nachbar Schota um 5 Uhr fast schon zu spät. Geregnet hat es und gewindet, wir sahen kaum etwas. Das Säuli war schön, lang, rosig und aktiv. Schnell in meinen Kofferraum verladen und ab nach Hause. Noch ein wenig nachschlafen.


Krach und Karacho weckten mich. Den benachbarten Hühnerstall haben sie demoliert, die Neue - Daisy - war voller Bissspuren. Sie gewöhnen sich aneinander – habe ich mir sagen lassen.

Ich fotografierte den Zuwachs und später, beim Scrollen stockt mir der Atem: «Hurra, es ist ein Junge!» hätte es bestimmt an einem anderen Ort, bei einer anderen Situation geheissen.

Sch… sie ist ein ER! Kein Wunder, ist der Mac so aggro. Na bravo! Die Zusatzarbeiten nehmen nicht ab. Ich musste mich zwischen neuem Hühnerstall und Schweinestall-Einrichtung entscheiden…



Heute, ein paar Tage später, herrscht Frieden auf der Ranch.

Frieden herrscht auch am Bau. Die zerstörten Neubauten werden nach und nach repariert.

Erst, als ich dem Wasserschaden-Verantwortlichen auf dem Dach stehend gedroht habe, die Leiter zu entfernen und erst nach dem ersten grossen Regen wieder hinzustellen, haben sie meine Reparatur-Idee umgesetzt und bis jetzt ist, ich will es nicht verschreien, kein Tropfen Wasser mehr von oben gekommen!


Wir haben gelernt, mit vielem und vielen umzugehen. Manchmal schon hilft eine Portion Gelassenheit. Wir selbst sind auch lockerer geworden.


Erstaunlich, wieviel man noch nach so vielen Jahren bei seinem Partner entdeckt, wenn sich die Umstände ändern.

Gerold liebt seine Hoodies über alles. In mir erwachte die Langschläferin. Nach langjährigem Tageswach um 4.30 Uhr sind 8.30 Uhr im Winter ziemlich spät.

Gerold kann nicht genug von Eiergerichten kriegen, ich dafür kann auf sie verzichten.


Und keiner von uns kann richtig pfeifen!!! Erst als wir die Welpen geholt haben, haben wir es gemerkt. Weder den Pfiff mit der Oberlippe, mit Hilfe der Finger schon überhaupt nicht.

So haben wir das Glück, dass unsere zwei Schäferhündinnen keinen Schimmer von diesem «Defizit» haben und gehorsam auf das nüchterne Gepfeife, Rufen, oder Klatschen zu uns eilen. 😊


So läuft der Alltag an und mit uns vorbei. Ein Jahr in Marani ist hinweggegangen und wir haben viel gelernt.


Nicht nur:

- Dass man das Brot nie auf den Rücken des Leibes legt.

- Dass ein Foto der ehemaligen Besitzerin des Hauses auszustellen unangebracht ist und ich dies auf ihrem Grab aufstellen sollte.

- Dass man eine Katze, die ihr neues Zuhause bezogen hat, vor einen Spiegel stellen sollte, damit sie nicht an den Ursprungsort zurückkehrt.

- Dass eine Polizeisirene nicht immer von einem Polizeifahrzeug ausgelöst wird (Alle überholen bei durchgezogener Linie. Alle, ich auch. «Was zum Schreck war das?» fragte ich mich bei einer Überholung, bis ich begriff, dass der Lieferwagen mit einer polizeigleichen Sirene ausgestattet war, und der Herr sich gerade den Ranzen volllacht darüber, wie er mich erschreckt hat.)

- Dass zwei Fahrspuren auch fünf bedeuten können.

- Dass man für eine Technische Kontrolle des Fahrzeugs einfach die zu ersetzenden Teile wie Pneu mit Profil, Rückspiegel, die Stossstange etc. auf einer Stelle mieten kann. Nach positiv ausgefallener Kontrolle bringt man die Teile wieder retour. Einmal im Jahr wiederholt sich der Prozess. Wie praktisch.

- Dass wir nie Ordnung in der Werkstatt haben werden.

- Dass eine Einladung zum Kaffee oder Wein abzulehnen unverzeihlich ist.

- Dass, wenn Georgier sagen, sie sind die Baumeister, dann sind sie es!

- Dass Intimität hoch geschrieben ist und schon ein BH auf der Wäscheleine nicht angebracht sei.


(Dazu kommt mir eine Situation in den Sinn aus der Zeit der Läufigkeit unserer zwei Damen. Nicht nur die gestreiften Pyjama-Höschen, auch die Windeln und Nachtbinden verursachten Gelächter und Unverständnis bei den Arbeitern. Für rote Köpfe sorgte meine Mutter, die zwei spezielle Dinge aus einem Tierladen in Tschechien mitgebracht hat. Wir wollten keine Welpenstation.


Ich redete mir um die Ohren und erklärte, dass die zwei schwarzen Höschen an der Wäscheleine nicht mir gehörten, die Lederriemchen ihren Zweck hätten, das Loch ist für den Schwanz… Sie haben es vielleicht nicht begriffen, aber akzeptiert.)

Sie sind geblieben, sie sind tapfer – unsere Arbeiter. So schreiten wir mit grossen Schritten dem Ende des groben Umbauens entgegen. Ich habe mir verboten, auf Pinterest, Youtube oder ähnlichen Plattformen nach Themen zu suchen, die mit Handwerk zu tun haben. Ich darf nicht vergleichen. Mit europäischen Normen, Qualität, Präzision und Genauigkeit.

Silikon und Bauschaum – man weiss ja doch.

Aber sie geben sich Mühe.

Sie sind kreativ.

Sie haben sich uns angepasst, sie sind unsere Freunde geworden. Freunde, jedoch sie sind die Georgier – die haben meistens Recht.


Und Recht haben auch wir.

Das Recht, auf uns beide stolz zu sein.


Es war UNSER Jahr.

Wir haben uns durchgeschlagen. Langsam formt sich unsere Vorstellung über das

«Wie weiter?» in ein klares Bild.


Wir sind aktiv und für die, welche ihre Ferien aktiv erleben wollen, sind wir der richtige Ort.

Wir haben noch einige Projekte auf dem Papier.


Viele der Arbeiten bieten die Möglichkeit, sich zu integrieren, eigene Fähigkeiten reinbringen und etwas Neues mitnehmen zu können. Vor allem Freude.

Unsere Lage erlaubt es uns, einige interessante Orte zu besuchen.

Unsere Georgische Freunde beherrschen vieles aus ihrer Kultur wie etwa Naturheilkunde, Umgang mit Tieren und mit Pflanzen. Kulinarische Köstlichkeiten sind eine Domäne der Frauen. Vielen der genannten Dinge kann man bei uns begegnen.


Es ruht unser eigener Wein in den Qvevri. Bei diesem Wein kann man Pläne leicht schmieden und auch ein wenig träumen.


Wir freuen uns auf die Zeit, zu der wir die ersten Gäste bei uns empfangen können.


Mutige «Handwerker», welche ihre «Unterschrift» für die nächsten Besucher hinterlassen.

Oder die, welche zum Entspannen nach Georgien reisen und sich von unserem Entdeckungsangebot begeistern lassen.


Alles hat seinen Preis. Entweder im Geld- oder im Zeit-Wert.


An dieser Stelle will, nein: muss ich eine Legende ergänzen. Eine Legende, mit welcher fast jeder Reiseführer und jedes Buch über Georgien anfängt. Auch wir haben sie in einem unserer Beiträge erwähnt:


Als der Herrgott an die Völker die Länder verteilt hat, kamen die Georgier zu spät.

Gott war ein wenig erbost, ist jedoch von den Schmeicheleien der Georgier angetan.

«Wir haben auf Eure Ehre und Güte getrunken. Mit dem besten Wein auf Euch angestossen. Getanzt und gesungen!» Gott wurde weich und überliess den Georgiern das herrliche Land, welches er ursprünglich für sich selbst behalten wollte.


Diese Legende könnte der Wahrheit entsprechen, so oft wurde sie erzählt.


Doch bei meinem Aufenthalt im Süden Georgiens erfuhr ich von einem Hotelbesitzer, dass dieser Legende ein zweiter Teil folgt. Er selber kannte ihn auch nicht, ein Gast hat ihm es in die Ohren geflüstert.


Die anderen Völker waren ziemlich und verständlich entsetzt.

«Was? Gerade die faulen und trinkfreudigen Georgier erhalten das beste Land?»

Unzufrieden ziehen sie zu Gott. Seine Antwort war:

«In euren Ländern gedeiht und gelingt vieles, was ihr nur anfasst. Geht und arbeitet.

Verdient viel Geld. Viel Geld. Genug, um nach Georgien zu reisen, die Natur und die Gastfreundlichkeit zu geniessen. Und dabei das Geld auszugeben.» 😊


Den zweiten Teil der Legende fand ich interessant, lustig. Aber ich merkte auch, dass dieser Teil mich nachdenklich stimmt.

Ich habe zwei Seiten Georgiens kennengelernt. Die modernen Viertel der Städte und die zusammengesackten architektonischen Schätze, welche auf Abriss warten. Ein neuer, grossartiger Kinderspielplatz in Samtredia, zwei Kilometer weiter eine Schule ohne Bodenbelag, mit Rissen in den Wänden, ohne Heizung und ohne Schulmaterial.


Die Frage ist: wohin fliesst das Geld der Touristen, deren Zahl jährlich ansteigt.


Die touristischen Zentren wachsen wie die Pilze nach dem Regen. Jeder fünfte Mann gibt sich als ein «Guide» aus.


Interesse an Georgien wächst und wächst.

Das Land war und ist immer einen Besuch wert.


Wir haben gelernt, die extremen Gegensätze zu akzeptieren und mit ihnen umzugehen.

Die politischen und ökonomischen Schwierigkeiten können wir nicht beeinflussen.

Wir fokussieren uns auf unser Projekt, die Tiere, die Freunde, die Sprache und freuen uns auf die kommende Zeit in Marani.


Somit wünschen wir euch eine schöne Adventszeit und nur das Beste für das Jahr 2023.


Regina und Gerold


Ein kleiner Einblick in die Vergangenheit:

Die Bleibe auf dem Camping im Herbst 2020, der Unfall und das Ersatzfahrzeug.

Die Container Geschichte, die Zeit mit der Schnee (nach 20 Jahren in diesem Gebiet), die Tontopf Heizung, wenn die Gasflasche streikte, das Haus vor und im jetzigen Zustand.

Unsere Arbeiter und ihre Werke, wie das verbrannte Tor, kaputte Decke, undichtes Fenster etc.

Der eigene Wein – das Kind vom Gerold, ist einfach Hammer.

Die Säulis und unsere zwei Damen.

(Das Video eist ein erster Versuch, falls die Qualität nicht so stark ist, entschuldigt. Sobald der Bau beendet ist, lerne ich es ;-) )


Wir lieben Georgien für die Vielfallt, nicht nur, wenn die Sonne untergeht.



















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